25.02.2015, zur gestrigen Sitzung des Ortsbeirates Hoxel

Bei der gestrigen Ortsbeiratssitzung in Hoxel sah und hörte ich den computergestützten Vortrag des Bürgermeisters Hackethal zum Thema Bestattungswald, mit dem er seine ablehnende Haltung zu begründen versuchte, nun zum zweiten Mal.

Dazu und zur sich anschließenden regen Diskussion ein paar Anmerkungen:

I.

In der Diskussion brachte ich meine Verwunderung zum Ausdruck, dass der Bürgermeister nichts anderes vorgetragen hatte als in der Gemeinderatssitzung am 26.01.2015 und dass er mit keinem Wort auf die 14 Fragen eingegangen war, die wir als Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens vor etwa drei Wochen öffentlich an ihn gerichtet haben.

Auffällig war erneut, dass sein Blick fast ausschließlich auf die Kostenseite (einmalige Investitionskosten, laufende Kosten) gerichtet war. Die Einnahmeseite dagegen wurde wieder sehr stiefmütterlich behandelt. Der angeführte Grund, die Anfragen bei erfolgreichen kommunalen und privaten Betreibern seien nicht belastbar beantwortet worden, überzeugte mich nicht.

Denn leicht lassen sich auf der Webseite des Ruheforstes Niederhosenbach folgende Informationen nachlesen, aus denen sich die bisherigen und zukünftigen Einnahmen in Niederhosenbach zumindest überschlagsmäßig berechnen lassen:

1. verkaufte Urnengrabstellen (2006-2013): 3300 (von bisher verfügbaren 4300, ohne Erweiterung)

2. durchgeführte Bestattungen (2006-2013): 650

3. vorsichtig gerechnet durchschnittliche Verkaufseinnahme pro Urnengrabstelle: 500 Euro

4. Gebühreneinnahme je Bestattung: 240 Euro

Das macht in der Summe für die ersten 6-7 Jahre des Betriebes sage und schreibe 1,8 Millionen Euro, die bisher echt vereinnahmt wurden.

Da noch 1000 Urnengrabstellen verkauft werden und insgesamt noch 3650 Bestattungen stattfinden können, werden zukünftig noch mindestens 1,3 Millionen Euro hinzukommen.

In der Gesamtsumme werden so also mindestens 3,1 Millionen Euro auf der Einnahmenseite zusammen kommen.

Leicht lässt sich deshalb nachvollziehen, warum eine Erweiterung der Fläche des Ruheforstes Niederhosenbach vom Betreiber und der Gemeinde angestrebt wird.

II.

Die Frage, welchen Standortvorteil die kleine Ortsgemeinde Niederhosenbach gegenüber der großen Einheitsgemeinde Morbach habe, weshalb sich eine 300-Einwohner-Gemeinde einen Bestattungswald leisten könne, eine 11000-Einwohner-Gemeinde aber nicht, blieb unbeantwortet.

Das Einzugsgebiet von Morbach kann angesichts der ansonsten gerne angeführten räumlichen Nähe der beiden Orte nicht wesentlich anders aussehen als das Einzugsgebiet Niederhosenbachs.

Außerdem, und auch diese Aussage des ehemaligen Ortsbürgermeisters von Niederhosenbach findet sich auf der Webseite des Ruheforstes Niederhosenbach, scheint der Standort selbst für die Größe der Nachfrage nicht das Wichtigste zu sein, Alfred Römer wörtlich: „Wir haben festgestellt, dass das Wichtigste an einem Standort nicht die geografische Lage ist, sondern der Betreuer.“

Hinzugefügt sei, dass sich hier – wie in Niederhosenbach oder anderswo – in der Praxis ein weites Feld für ehrenamtliche Betreuung öffnet, das die angeführten hohen Personalkosten deutlich reduzieren hilft!

III.

Erneut vorgebracht wurde der Hinweis, in der Nähe von Morbach bestünden ja bereits  genügend Bestattungswälder, insbesondere Niederhosenbach, deshalb könnten sich die Interessenten aus Morbach doch ohne Weiteres dort bestatten lassen.

Abgesehen davon, dass den Morbacher Interessenten einer Waldbestattung damit schlicht die Bestattung in der Heimatgemeinde nicht zugestanden werden soll, lässt sich darauf Folgendes erwidern:

1. Mit derselben Begründung, dass es die gewünschte Bestattungsmöglichkeit ja in der Region bzw. Nähe  bereits gäbe, könnten – auf die bestehenden Friedhöfe der Gemeinde Morbach bezogen  – Bürgermeister oder andere Personen die Forderung erheben: wieso sollen wir die Friedhöfe in den kleineren Ortsteilen weiter am Leben halten, wo doch in den größeren Ortsteilen, insbesondere im Zentralort Morbach selbst, doch auch genügend Friedhöfe vorhanden sind? Geht doch dahin!

2. Weshalb soll die Einheitsgemeinde Morbach tatenlos zuschauen, wie die kleine Gemeinde Niederhosenbach ihr Flächenangebot angesichts des wachsenden Bedarfes nach Waldbestattungen in der Region erweitert?

In Sachen Integrierter Gesamtschule – der Bürgermeister hat es richtigerweise in der Diskussion angeführt – hat die Gemeinde Morbach  nicht tatenlos zugeschaut und stattdessen die Initiative ergriffen, als das Zeitfenster sich öffnete.

Warum nicht auch jetzt in Sachen Bestattungswald? Solange das Zeitfenster offen ist. Wenn Morbach es nicht tut, werden andere es tun. Mich würde es nicht wundern, wenn dann Bernkastel-Kues den Stab übernehmen würde.

IV.

Auf meine Frage, wie das bereits jetzt bestehende Defizit der gemeindeeigenen Friedhöfe (2013 und 2014 je 100000 Euro, 2015 50000 Euro) ohne die Errichtung eines Bestattungswaldes gedeckt werden soll, gab es vom Bürgermeister bezeichnenderweise wieder keine Antwort.

Ich sehe nach wie vor gerade in der Errichtung eines kommunalen Bestattungswaldes einen zentralen Baustein, wie das Defizit zukünftig abgebaut oder ganz verhindert werden kann. Denn alle Gebühren aus  dem Verkauf von Grabstellen und der Durchführung von Bestattungen – egal ob auf den bestehenden Friedhöfen oder im Bestattungswald – fließen in ein und denselben Finanztopf der Gemeinde.

Dabei hat der Bestattungswald den entscheidenden Vorteil, dass die Einnahmen durch den Kauf  bzw. Verkauf der Grabstelle in der Regel bereits lange vor der eigentlichen Bestattung erfolgen, auf dem üblichen Friedhof dagegen nicht. Warum der Bürgermeister auf diesen wichtigen Unterschied niemals eingeht, verstehe ich nicht.

V.

Dass das Bürgerbegehren für einen kommunalen „Bestattungswald Morbach“ die Diskussion in den Ortsteilen in Sachen Neugestaltung der vorhandenen Friedhöfe angeschoben oder wieder verstärkt hat, das sehe ich sehr positiv. Denn das JA zum Bestattungswald ist auch ein JA zur Sicherung der bestehenden Friedhöfe aus dem gemeinsamen Finanztopf und ein JA zur Steigerung der Attraktivität der bestehenden Friedhöfe.

Zu einem zukunftsfähigen Friedhofskonzept gehört meiner Überzeugung nach – einander ergänzend  – beides, der traditionelle Friedhof genauso wie der Bestattungswald.

Rainer Stablo

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23.02.2015, Beantragung von Briefwahlunterlagen über das Internet möglich

Für diejenigen, die eine Abstimmung beim Bürgerentscheid per Briefwahl bevorzugen, hat die Gemeindeverwaltung die Möglichkeit geschaffen, die Unterlagen über das Internet zu beantragen.

Der Link lautet:    https://tbk.ewois.de/IWS/start.do?mb65

Fürs Ausfüllen benötigt wird die bereits übersandte Abstimmungsbenachrichtigung des Abstimmungsbüros der Gemeinde.

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21.02.2015, Haben wir da etwas falsch verstanden???

Zur Erinnerung – Originalton Bürgermeister Andreas Hackethal:

1. „Ich werde mich, wie versprochen, um Ihre Angelegenheiten kümmern. In unserer Einheitsgemeinde Morbach ist in den nächsten Jahren ein gemeinsames und engagiertes Zupacken aller kommunalen Mandatsträger sowie aller Bürgerinnen und Bürger bei der Zukunftsgestaltung gefragt. Machen Sie bitte mit. Für Ihre Anregungen und Hinweise bin ich jederzeit offen und dankbar.
(Quelle: http://andreas-hackethal.de/)

2. “Andreas Hackethal setzt auf Gemeinsamkeit und Einigkeit

3. “Andreas Hackethal weiß, dass es in Morbach um etwas geht. (…) Hier gilt es für ihn Kontinuität zu beweisen, aber auch gemeinsam mit dem Rat und den Ortsbezirken die Weichen neu zu stellen, damit Kommunalpolitik im Rathaus Morbach der Zukunftsgestaltung für alle Bürger dient.”
(Quelle: http://andreas-hackethal.de/andreas-hackethal-setzt-auf-gesamkeit-und-einigkeit/ )

(Hervorhebungen von uns)

Zupacken aller Bürgerinnen und Bürger bei der Zukunftsgestaltung gefragt? Mitmachen? Für Anregungen und Hinweise der Bürgerinnen und Bürger jederzeit offen und dankbar? Gemeinsame Zukunftsgestaltung für alle Bürger?

Haben wir da etwas falsch verstanden???

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21.02.2015, unser aktueller Info-Flyer zum Bürgerentscheid

hier gibt es unseren aktuellen Info-Flyer zum Herunterladen.

Infoblatt_2_bestattungwald_morbach_2-001 Infoblatt_2_bestattungwald_morbach_2-002

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21.02.2015, noch keine Antwort des Bürgermeisters auf unsere öffentliche Anfrage

auf unsere öffentliche Anfrage vom 01.02.2015 haben wir bis heute noch keinerlei Reaktion oder Antwort des Bürgermeisters erhalten. Wir warten also weiterhin …

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01.02.2015, öffentliche Anfrage an Herrn Bürgermeister Hackethal

Öffentliche Anfrage

im Hinblick auf den anstehenden Bürgerentscheid zum Bestattungswald in kommunaler Trägerschaft

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Hackethal,

als Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens bzw. in einem Fall auch als Mitglied des Gemeinderates bitten wir Sie hiermit – bezugnehmend auf die Inhalte der Beschlussvorlage für die Gemeinderatssitzung am 26.01.2015, Ihre dort gehaltene Präsentation und die Bekanntmachung vom 27.01.2015 – um zeitnahe öffentliche Beantwortung dieser vierzehn Fragen:

1. Nach unserer Kenntnis ist die Klassifikation einer Waldfläche als “Wasserschutzgebiet Zone 2″ kein Ausschlussgrund für einen Urnen-Bestattungswald.

Auf welche gesetzlichen Grundlagen stützen Sie Ihre gegenteilige Behauptung, die bei der Ermittlung von Waldflächen, die für einen Bestattungswald in Frage kommen,  zum Ausschluss von nicht weniger als drei der insgesamt sechs untersuchten Flächen führte?

2. Die Investitionskosten aller uns bekannten Bestattungswälder in kommunaler Trägerschaft sind durch die Einnahmen aus dem Verkauf der Urnengrabstellen und den durchgeführten Bestattungen in den ersten beiden Jahren vollständig zurückgeflossen.

Warum erwarten Sie, dass dies in der Gemeinde Morbach nicht zu realisieren sei? Orientieren Sie sich bei diesen Annahmen an uns unbekannten Beispielen? Können Sie uns einen kommunalen Bestattungswald in vergleichbarer Größenordnung nennen, bei dem die Investitionskosten nicht innerhalb von zwei Jahren zurückflossen?

3. In allen uns bekannten Fällen können die jährlichen Kosten des Bestattungswaldes durch die jährlichen Gebühren-Einnahmen allein aus dem Bestattungswald gedeckt werden.

Sie dagegen äußern in der Beschlussvorlage die Erwartung, dass der Bestattungswald in kommunaler Trägerschaft „defizitär“ sein würde. Stützen Sie diese Erwartung auf uns unbekannte kommunale Bestattungswälder und können Sie uns einen defizitären Bestattungswald in vergleichbarer Größenordnung  in kommunaler Trägerschaft nennen?

4. Nach unserer Auffassung liegen die von der Gemeindeverwaltung vorgenommenen Schätzungen zu den Investitionskosten für den 8 Hektar großen kommunalen Bestattungswald Morbach deutlich zu hoch.

Wie erklären Sie die extremen Differenzen bei den Investitionskosten zu den kommunalen Bestattungswäldern Mastershausen und Endingen, die sich wie folgt darstellen:

a) Mastershausen, Investitionskosten von 5.000 Euro pro Hektar,  bei einer Fläche von 10 Hektar also insgesamt 50.000 Euro

b) Endingen, Investitionskosten von 7.500 Euro pro Hektar, bei einer  Fläche von 24 Hektar also insgesamt 180.000 Euro

c) Morbach, Investitionskosten von 19.000 Euro pro Hektar, bei einer Fläche von 8 Hektar also insgesamt 152.000 Euro?

5. Nach unserer Kenntnis sind die bestehenden Friedhöfe und der nach positivem Bürgerentscheid  einzurichtende Bestattungswald in Morbach als eine gemeinsame wirtschaftliche Einheit in der Kommunalverwaltung anzusehen. Damit fließen alle Friedhofsgebühren in denselben Topf.

Was verstehen Sie vor diesem Hintergrund unter dem Begriff Querfinanzierung  und auf welche gesetzlichen Grundlagen stützen Sie Ihre Behauptung, dass eine solche zwischen den verschiedenen Friedhofsformen „nicht erlaubt“ sei?

6. In allen uns bekannten Fällen führen die jährlichen Einnahmen des Bestattungswaldes (durch den Verkauf der Urnengrabstellen zu Lebzeiten und die Gebühren für die Bestattungen, die im Wald durchgeführt wurden) zu einer spürbaren Verbesserung der Situation im Gesamthaushalt der kommunalen Friedhöfe.

Können Sie uns einen kommunalen Bestattungswald in vergleichbarer Größenordnung nennen, bei dem das nicht der Fall ist?

7. Der kommunale Bestattungswald bietet (auch) der wachsenden Zahl der Bürgerinnen und Bürger eine finanziell attraktive Form der Bestattung im Heimatort, die keine Nachkommen haben oder deren Nachkommen weit entfernt leben. Da die Grabpflege von der Natur übernommen wird, können darüber hinaus auch die Nachkommen, die wohnortnah leben, von  Pflegearbeit und –kosten  frei gehalten werden, wenn die  Verstorbenen es so wollen. Durch die erfolgreiche Initiierung des Bürgerbegehrens hat eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern mit ihrer Unterschrift den Wunsch nach dieser Erweiterung der Wahlmöglichkeiten bekundet.

Warum sollte die Befriedigung dieses offenkundigen öffentlichen Bedürfnisses am privaten Geschäftsinteresse  einiger weniger Betreiber und Eigentümer von Blumenhäusern, Gärtnereien, Steinmetzen, Sargherstellern und Bestattern scheitern, die vom bisherigen Bestattungssystem profitieren und sich Veränderungen in der Gesellschaft nicht stellen wollen?

8. Nach unserer Auffassung befinden sich fünf der sieben Bestattungswälder, die Sie als scheinbare Alternative  für einen Bestattungswald in Morbach ins Feld führen, viel zu weit von unserer Heimatgemeinde entfernt. Sie liegen in  einer Entfernung von ca. 50 bis 100 km und entsprechen damit keineswegs  dem von Ihnen gezeichneten  Bild von einer bereits gegenwärtig bestehenden Überfülle an Wahlmöglichkeiten für Morbacher Bürgerinnen und Bürger. Auch über die Zumutbarkeit der Entfernung zu den beiden verbliebenen Bestattungswäldern kann man geteilter Meinung sein.

Wie aber kommen Sie zu dem Schluss, dass sich auch die fünf sehr weit entfernten Bestattungswälder „in zumutbarer Nähe“ befinden? Und wie verträgt sich Ihre Argumentation mit der ansonsten – auch von Ihnen – so oft beschworenen Verbundenheit der Morbacher Gemeinde mit  dem Thema „Heimat“? Gerade in Morbach sollte es doch möglich sein, auch in einem Bestattungswald die letzte Ruhestätte in der Heimat zu finden.

9. In allen uns bekannten Fällen sind die Personalkosten des kommunalen Bestattungswaldes deutlich geringer, als die von Ihnen angesetzten Kosten.

Wie begründen Sie im Detail die sehr hoch angesetzten Personalkosten von 40.000 Euro pro Jahr?

10. Die relativ kleine, ländliche, auch in Rheinland-Pfalz gelegene Gemeinde Mastershausen (1.100 Einwohnerinnen und Einwohner) kann sich offensichtlich einen 10 Hektar großen Bestattungswald  leisten. Und die relativ kleine, in Baden-Württemberg liegende Stadt Endingen (9.000 Einwohnerinnen und Einwohner)  kann es sich sogar leisten, für ihre Bürgerinnen und Bürger und die Kaiserstuhl-Region einen 24  Hektar großen Bestattungswald  zu betreiben.

Wieso sollte ein ebenfalls erfolgreicher Betrieb eines Bestattungswaldes in der Einheitsgemeinde Morbach (für ihre 11.000 Einwohnerinnen und Einwohner und die Region), deren Strukturvorteil Sie ansonsten aus guten Gründen immer wieder betonen, in einer Größenordnung von um die 10 Hektar aus Kostengründen nicht möglich sein?

11. Die Gebührensätze für Urnengrabstellen im Bestattungswald decken mit einer Einmalzahlung sämtliche Kosten für einen Zeitraum von 50 – 99 Jahren ab. Folgekosten für die Grabpflege entfallen vollständig, da die Natur die Grabpflege übernimmt.

Wieso lassen Sie diese Tatsache bei der Gegenüberstellung der Gebührensätze für Urnengrabstellen zwischen Bestattungswald und den bisherigen Friedhöfen unter den Tisch fallen? Und wieso erwähnen Sie nicht die kürzere Liegezeit und die über die gesamte Liegezeit anfallenden Grabpflegekosten  bei der Urnenbeisetzung im bisherigen Friedhof?

12. Für die Menschen, die sich für eine Bestattung im Bestattungswald entscheiden, sind viele der von Ihnen in der Begründung zum Beschlussvorschlag angeführten Einwände  nicht entscheidend bzw. ohne Bedeutung. Sie wissen und akzeptieren, dass der Bestattungswald außerhalb der Wohnorte liegt – im Wald eben –  und sehen in der dezentralen Lage, der weniger guten Erreichbarkeit, der Witterungsabhängigkeit etc. überhaupt keine Hinderungsgründe. Sie wissen, dass all das dazu gehört.

Weshalb aber stellen Sie  dem wohl begründeten und abgewogenen Bedürfnis derjenigen, die sich für eine Bestattung im Bestattungswald entscheiden möchten, den  nicht allgemeingültigen Maßstab derjenigen entgegen, für die das nicht in Frage kommt? Niemand verlangt, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger in einem Bestattungswald beerdigen lassen sollen.

13. Die christlichen Kirchen führen Bestattungen in kommunalen Bestattungswäldern durch.

Weshalb wird diese Tatsache in der Begründung des ablehnenden Beschlussvorschlages nicht erwähnt?

14. Private Betreiber von Bestattungswäldern sind keine selbstlosen Unternehmen. Sie handeln aus Gewinninteresse.

Welche objektiven Erkenntnisse  sollte vor diesem Hintergrund Ihre an die Firma RuheForst GmbH gerichtete „Anfrage zu einem möglichen RuheForst-Standort in der Gemeinde Morbach“  liefern?  Ist es nicht völlig klar, dass sich ein privater Bestattungswaldbetreiber nicht selbst Konkurrenz machen will und auch nicht an einer Konkurrenz durch einen Bestattungswald in kommunaler Trägerschaft interessiert sind?

Bruni Kluss                            Rüdiger Luckow                    Rainer Stablo

 

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Erstes Arbeitstreffen der Initiativgruppe vor dem Bürgerentscheid, 05.02.2015

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

am nächsten Donnerstag, den 05.02.2015, 19 Uhr 30, wollen wir uns im Café Pause in Hinzerath zu einem ersten Arbeitstreffen (im Hinblick auf den 15.03.) zusammenfinden, um die weitere Vorgehensweise in Sachen Bürgerbegehren/Bürgerentscheid zu planen.

Wir bitten um rege Beteiligung ;)

Bruni Kluss            Rüdiger Luckow          Rainer Stablo

 

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Bürgerentscheid am Sonntag, den 15. März 2015

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

seit gestern Abend  ist  es amtlich.

Am Sonntag, den 15. März 2015, wird es zum Bürgerentscheid in Sachen Bestattungswald Morbach in kommunaler Trägerschaft kommen.

Der Gemeinderat hat das Bürgerbegehren mit übergroßer Mehrheit abgelehnt. Daher haben nun die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde selbst das letzte und entscheidende Wort.

Egal wie das Ergebnis am Ende aussehen wird. Allein die Tatsache, dass Sie selbst entscheiden können, ob Sie einen Bestattungswald in Morbach haben möchten oder nicht, ist dies schon mal ein klarer Sieg, nicht in der Sache selbst, aber in Sachen direkter  Demokratie.

An der gestrigen Entscheidung des Gemeinderates, an der Beschlussvorlage des Bürgermeisters und der beschlossenen Begründung  gibt es Vieles zu kritisieren. Wir werden dies in aller Ruhe und öffentlich tun.

Bis auf Weiteres

Bruni Kluss                         Rüdiger Luckow                   Rainer Stablo

 

 

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Sitzung des Gemeinderats am 26.01.2015, 18:30 Uhr

Zur bevorstehenden Entscheidung des Gemeinderates in Sachen Bürgerbegehren Bestattungswald am Montag, den 26.01.2015, möchten wir  nicht mehr allzu viele Worte verlieren.  Nur noch so viel:

1. Die Argumente sind in den Gremien der Gemeinde  (Gemeinderat, Haupt – und Finanzausschuss, Ältestenrat) erschöpfend ausgetauscht.

2. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird der Gemeinderat das Bürgerbegehren – mit dem Fokus auf Geld und Wirtschaftlichkeit  – mehrheitlich ablehnen. Wir sind eigentlich nur noch gespannt auf das Verhältnis und die Zusammensetzung der Ja- und Nein-Stimmen bzw. Enthaltungen.

3. Da wir mit der Ablehnung im Gemeinderat rechnen, setzen wir ganz auf den Bürgerentscheid, der am Sonntag, den 15. März 2015, stattfinden wird. Nach langem Hin und Her (sieben Jahre!!!) haben dann endlich die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde das letzte Wort.

4. Nicht verschweigen möchten wir, dass wir uns immer mehr über die Hartnäckigkeit wundern, mit der Gemeindeverwaltung, Bürgermeister und Teile des Gemeinderates – gegen den unverkennbaren Wunsch sehr vieler Bürgerinnen und Bürger – die Errichtung eines kommunalen Bestattungswaldes in der Gemeinde Morbach zu verhindern suchen. Stecken – neben den ausgesprochenen – noch unausgesprochene Motive dahinter?

5. Wir nehmen mit Bedauern zur Kenntnis, dass fast ausschließlich finanzielle, Geld-basierte Argumente von Gemeindeverwaltung, Bürgermeister und aus dem Gemeinderat heraus gegen das Bürgerbegehren ins Feld geführt werden und weisen diese Betrachtungsweise als völlig einseitig und unangemessen zurück.

6. Wir geben zu bedenken, dass – was nun wirklich nicht in unserem Sinne ist – mit ähnlich  Geld-fixierter Argumentation die Schließung jeder Gemeindeeinrichtung (Schwimmbad, Sportplätze, Museen, Dorf-Friedhöfe, Dorf-Gemeindehäuser), die nicht von der Mehrheit der Bevölkerung genutzt oder nur für eine Minderheit oder im Interesse einer Minderheit vorgehalten wird, begründet oder gefordert werden könnte.

7. Wir kritisieren diese Geld-Fixiertheit als falsch und unangemessen.

8. Damit befinden wir uns offensichtlich in prominenter Gesellschaft, denn kein Geringerer als Papst Franziskus, das  gegenwärtige Oberhaupt der katholischen Kirche, hat diese Kritik am Geld sehr scharf und eindeutig formuliert. Unter der Bezeichnung “APOSTOLISCHES SCHREIBEN EVANGELII GAUDIUM DES HEILIGEN VATERS PAPST FRANZISKUS AN DIE BISCHÖFE AN DIE PRIESTER UND DIAKONE,AN DIE PERSONEN GEWEIHTEN LEBENS  UND AN DIE CHRISTGLÄUBIGEN LAIEN ÜBER DIE VERKÜNDIGUNG DES EVANGELIUMS IN DER WELT VON HEUTE“  führte er am 24.11.2013 das Folgende aus:

Nein zur neuen Vergötterung des Geldes

55. Einer der Gründe dieser Situation liegt in der Beziehung, die wir zum Geld hergestellt haben, denn friedlich akzeptieren wir seine Vorherrschaft über uns und über unsere Gesellschaften. Die Finanzkrise, die wir durchmachen, lässt uns vergessen, dass an ihrem Ursprung eine tiefe anthropologische Krise steht: die Leugnung des Vorrangs des Menschen! Wir haben neue Götzen geschaffen. Die Anbetung des antiken goldenen Kalbs (vgl. Ex 32,1-35) hat eine neue und erbarmungslose Form gefunden im Fetischismus des Geldes und in der Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne ein wirklich menschliches Ziel. Die weltweite Krise, die das Finanzwesen und die Wirtschaft erfasst, macht ihre Unausgeglichenheiten und vor allem den schweren Mangel an einer anthropologischen Orientierung deutlich – ein Mangel, der den Menschen auf nur eines seiner Bedürfnisse reduziert: auf den Konsum.

56. Während die Einkommen einiger weniger exponentiell steigen, sind die der Mehrheit immer weiter entfernt vom Wohlstand dieser glücklichen Minderheit. Dieses Ungleichgewicht geht auf Ideologien zurück, die die absolute Autonomie der Märkte und die Finanzspekulation verteidigen. Darum bestreiten sie das Kontrollrecht der Staaten, die beauftragt sind, über den Schutz des Gemeinwohls zu wachen. Es entsteht eine neue, unsichtbare, manchmal virtuelle Tyrannei, die einseitig und unerbittlich ihre Gesetze und ihre Regeln aufzwingt. Außerdem entfernen die Schulden und ihre Zinsen die Länder von den praktikablen Möglichkeiten ihrer Wirtschaft und die Bürger von ihrer realen Kaufkraft. Zu all dem kommt eine verzweigte Korruption und eine egoistische Steuerhinterziehung hinzu, die weltweite Dimensionen angenommen haben. Die Gier nach Macht und Besitz kennt keine Grenzen. In diesem System, das dazu neigt, alles aufzusaugen, um den Nutzen zu steigern, ist alles Schwache wie die Umwelt wehrlos gegenüber den Interessen des vergötterten Marktes, die zur absoluten Regel werden.”

Und des Weiteren ergänzte Papst Franziskus klar und deutlich:

Nein zu einem Geld, das regiert, statt zu dienen

57. Hinter dieser Haltung verbergen sich die Ablehnung der Ethik und die Ablehnung Gottes. Die Ethik wird gewöhnlich mit einer gewissen spöttischen Verachtung betrachtet. Sie wird als kontraproduktiv und zu menschlich angesehen, weil sie das Geld und die Macht relativiert. Man empfindet sie als eine Bedrohung, denn sie verurteilt die Manipulierung und die Degradierung der Person. Schließlich verweist die Ethik auf einen Gott, der eine verbindliche Antwort erwartet, die außerhalb der Kategorien des Marktes steht. Für diese, wenn sie absolut gesetzt werden, ist Gott unkontrollierbar, nicht manipulierbar und sogar gefährlich, da er den Menschen zu seiner vollen Verwirklichung ruft und zur Unabhängigkeit von jeder Art von Unterjochung. Die Ethik – eine nicht ideologisierte Ethik – erlaubt, ein Gleichgewicht und eine menschlichere Gesellschaftsordnung zu schaffen. In diesem Sinn rufe ich die Finanzexperten und die Regierenden der verschiedenen Länder auf, die Worte eines Weisen des Altertums zu bedenken: » Die eigenen Güter nicht mit den Armen zu teilen bedeutet, diese zu bestehlen und ihnen das Leben zu entziehen. Die Güter, die wir besitzen, gehören nicht uns, sondern ihnen. «[55]

58. Eine Finanzreform, welche die Ethik nicht ignoriert, würde einen energischen Wechsel der Grundeinstellung der politischen Führungskräfte erfordern, die ich aufrufe, diese Herausforderung mit Entschiedenheit und Weitblick anzunehmen, natürlich ohne die Besonderheit eines jeden Kontextes zu übersehen. Das Geld muss dienen und nicht regieren! Der Papst liebt alle, Reiche und Arme, doch im Namen Christi hat er die Pflicht daran zu erinnern, dass die Reichen den Armen helfen, sie achten und fördern müssen. Ich ermahne euch zur uneigennützigen Solidarität und zu einer Rückkehr von Wirtschaft und Finanzleben zu einer Ethik zugunsten des Menschen.”

9. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Entscheidung (am 15.03.2015) liegt in Ihrer Hand.

Für die Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens

Rainer Stablo

 

 

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13.01.2015, noch 14 Tage bis zur Sitzung des Gemeinderates

Noch knapp 14 Tage verbleiben bis zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Montag, den 26.01.2015, 18:30 Uhr im Rathaus, in der das Bürgerbegehren inhaltlich behandelt und am Ende abgestimmt werden wird.

Wir sind gespannt, welche objektiven Informationen die Gemeindeverwaltung im Vorfeld noch bekannt geben wird. Bisher jedenfalls ist den Ratsmitgliedern noch nichts zugegangen und auch die Bevölkerung hat keine weiteren Informationen erhalten.

Gestern hatten wir auf Vermittlung des Bürgermeisters der Stadt Endingen in Baden-Württemberg, Herrn Hans-Joachim Schwarz, den wir angeschrieben hatten, telefonischen Kontakt mit dem Revierförster der Stadt Endigen, der den kommunalen Bestattungswald Kaiserstuhl initiiert hat und seit Mai 2012 betreut.

Die Ausführungen des Revierförsters Arno Umhauer waren ausgesprochen informativ. Wir haben sie gestern in zusammengefasster Form Herrn Bürgermeister Hackethal per E-Mail zugesandt und ihn gebeten, sie allen Ratsmitgliedern noch vor der Beratung des Gemeinderates am 26.01. 2015 zukommen zu lassen.

Der Wortlaut der E-Mail kann hier heruntergeladen werden.

Wir sind gespannt, wie diese Informationen in der Sitzung des Gemeinderates am 26.01. von den Fraktionen bzw. Ratsmitgliedern aufgenommen und bewertet werden, und rufen dazu auf, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger an der öffentlichen Sitzung des  Gemeinderates teilnehmen.

P.S.

der kommunale Bestattungswald Kaiserstuhl wurde vom Gemeinderat der Stadt Endingen fast einstimmig  beschlossen (bei nur einer Gegenstimme)! Das Ergebnis lautete 20 : 1 : 0.

 

 

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