13.03.2015, ein kommunaler Bestattungswald ist bürgernah und zeitgemäß

Ein kommunaler Bestattungswald ist bürgernah und zeitgemäß

Viele Menschen, die sich für eine Urnenbeisetzung in einem Bestattungswald entschließen oder in deren Umfeld ein solcher Entschluss gefasst wird, berichten, dass dies etwas sehr Tröstliches an sich hat. Denn es besteht die Möglichkeit, sich bereits zu Lebzeiten in aller Ruhe eine Grabstelle an einem Einzel-, Familien- oder Gemeinschaftsbaum auszusuchen. Zu wissen, an welchem Platz sie einmal ihre letzte Ruhe finden werden, empfinden die Menschen dabei als sehr beruhigend. Die Natur übernimmt für die Hinterbliebenen zudem die Grabpflege.

Dem in Morbach eindeutig vorhandenen Bedürfnis nach einer solchen würdevollen, zeitgemäßen und kostengünstigen Beisetzungsform trägt ein kommunaler Bestattungswald Rechnung. Mitmenschen müssen nicht mehr auf weit entfernte Angebote ausweichen. Geeignete Laubwälder bietet der Gemeindewald und alle Bürgerinnen und Bürger sollten in geeigneter Weise an der endgültigen Festlegung des Standortes beteiligt werden. Dabei ist erfahrungsgemäß die außerörtliche Lage völlig unproblematisch und selbst barrierefreie Infrastrukturen sind heutzutage realisierbar. Da die christlichen Kirchen Waldbestattungen durchführen, können zudem vertraute Zeremonien beibehalten werden.

Bei alledem gilt festzuhalten, dass traditionelle Bestattungen selbstverständlich möglich bleiben. Auch besteht wegen eines Bestattungswaldes keine Gefahr der Schließung bestehender Friedhöfe. Im Gegenteil ist nach unserer Kosten- und Einnahmekalkulation, die auf zahlreichen Gesprächen mit Experten im Bereich kommunaler Bestattungswälder beruht, mit finanziellen Vorteilen für die Gemeinde zu rechnen: Aus vielen Anfragen wissen wir, dass auch in der näheren Hunsrück- und Moselregion das Interesse an einem Bestattungswald in Morbach groß ist und die Gemeinde daher mit einem Bestattungswald von 8 Hektar planen kann. Bei rein forstlicher Nutzung könnte auf dieser Fläche ein Überschuss von 250 – 500 Euro pro Jahr erlöst werden. Demgegenüber wäre bei der Nutzung als Bestattungswald ein Überschuss von 8.000 Euro pro Jahr zu erwarten. Die Investitionskosten lägen nicht einmal bei der Hälfte der Schätzung des Bürgermeisters und würden innerhalb der ersten 1 bis 2 Jahre vollständig zurückfließen. Auch die laufenden Kosten lägen deutlich unter dem veranschlagten Wert und könnten allein durch die Gebühreneinnahmen aus den Waldbestattungen gedeckt werden. Da alle Friedhofsgebühren in ein und denselben kommunalen Geldtopf fließen, könnte gerade durch die Einnahmen aus dem Bestattungswald einer Gebührenanhebung für die defizitären traditionellen Friedhöfe entgegengewirkt werden.

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