Gegendarstellung zur Bekanntmachung des Bürgermeisters im Amtsblatt

Bürgerbegehren „Bestattungswald Morbach“

Gegendarstellung

zur Bekanntmachung  der Gemeindeverwaltung vom 07.04.2014 zur Ablehnung des  Einwohnerantrages „Bestattungswald Morbach“ durch den Gemeinderat

Auf den Punkt gebracht: die Bekanntmachung der Gemeindeverwaltung enthält unter der Überschrift „Die wesentlichen Gründe der Ablehnung waren:“ ein Sammelsurium an Fakten, Befürchtungen, Ängsten, Unterstellungen, Behauptungen, Halbwahrheiten und anderem mehr. Dieses Sammelsurium macht aber nicht wirklich nachvollziehbar, weshalb der Einwohnerantrag vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt worden ist.

Ganz deutlich wird nur, dass dem durch mehr als 400 Unterschriften zum Ausdruck gebrachten großen öffentlichen Bedürfnis nach der neuen Bestattungsform „Bestattungswald“ fast ausschließlich Kostengesichtspunkte entgegengehalten werden.

Unsere Gegendarstellung im Einzelnen:

 ·   Eine Bestattung in einem kommunalen Bestattungswald ist kostengünstig und belastet dadurch, dass die Natur die Grabpflege übernimmt, den Geldbeutel der Hinterbliebenen nicht auf Jahrzehnte.

 · Keiner der bestehenden Friedhöfe der Gemeinde Morbach trägt dem starken und wachsenden Bedürfnis vieler Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde nach dieser neuen Bestattungsform  Rechnung.

 ·     Das Problem, dass die bestehenden Friedhöfe seit Jahren nicht kostendeckend vorgehalten werden, ist auch vollkommen unabhängig davon, ob ein kommunaler Bestattungswald eingerichtet wird oder nicht, zu lösen.

 · Ein Bestattungswald in kommunaler Trägerschaft ist in jedem Fall kostendeckend zu betreiben, da alle Kosten (Investition, laufender Unterhalt, Verkehrssicherheit, Personal) über die Gebühreneinnahmen abgedeckt werden können, ja nach Gesetz  sogar müssen. Mehr noch ist die Einnahmesituation eines jeden Bestattungswaldes gegenüber den bestehenden Friedhöfen eine völlig andere und deutlich bessere, da die Urnengrabstellen in der Regel  bereits zu Lebzeiten und nicht erst bei Eintritt des Todesfalles gekauft werden.  Und  – wie das Beispiel der 310-Seelen-Gemeinde Niederhosenbach (Ruheforst, eröffnet Mai 2007) es ja zeigt – die Anzahl der verkauften Urnengräber (Ende 2013: ca. 3000) übersteigt die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Beerdigungen (Ende 2013: ca. 650) um ein Vielfaches. Darüber hinaus ist ganz klar (aus Gesprächen) erkennbar, dass ein kommunaler Bestattungswald in Morbach große Anziehungskraft auf die Bevölkerung in den Gemeinden im näheren Umfeld hat (bis hin zu Überm Wald und nach Bernkastel-Kues).

 ·      Wäre diese Kostendeckung nicht herstellbar, würde es  mit Sicherheit nicht schon mehr als 220 Einrichtungen dieser Art in Deutschland geben (entstanden seit 2001!). Und mit noch größerer Sicherheit würde es keine privaten Unternehmen  geben, die Ruheforste und Friedwälder oder Bestattungswälder unter anderem Namen betreiben. Dass solche Unternehmen sich in unmittelbarer Nähe nicht selbst in die Quere kommen und Konkurrenz machen wollen, das steht auf einem anderen Blatt.

 ·  Dass das bestehende Friedhofskonzept mit der Errichtung eines Bestattungswaldes in kommunaler Trägerschaft verändert werden würde, das steht außer Frage. Aber auch ohne Errichtung eines Bestattungswaldes kann  im Friedhofsbereich nicht alles so bleiben wie es ist, da die Bevölkerungszahlen auch in der Einheitsgemeinde stark rückläufig sind, die Überalterung zunimmt und sehr viele Familien räumlich immer weiter auseinander leben. Eine gute, zukunftsfeste, kostengünstige Lösung für die Bevölkerung wird es aber nur mit einem Bestattungswald in kommunaler Trägerschaft geben.

Im Übrigen: eine Veränderung des Friedhofskonzeptes aus privatem oder geschäftlichem Interesse nicht gerne zu sehen, ist legitim, aber im Interesse der Allgemeinheit ist es nicht.

 ·  Der merkwürdige, eher hilflos wirkende  Verweis auf die in der nahen Umgebung bestehenden Bestattungswälder überzeugt überhaupt nicht. Mit derselben Begründung ließe sich auch die Schließung des Friedhofes in einen Ortsteil X dadurch begründen, dass es andernorts, im Ortsteil Y nämlich, ja auch bereits einen Friedhof gebe.

 ·  Die Errichtung eines Bestattungswaldes in kommunaler Trägerschaft ist entgegen der letzten Behauptung in der Bekanntmachung der Gemeindeverwaltung durchaus realisierbar und das auch noch schnellstmöglich.  Und zwar genau dann, wenn  Sie, die Bürgerinnen und Bürger der Einheitsgemeinde Morbach, dies mehrheitlich so wollen. Dafür ist alleine Ihre Zustimmung  zum vorliegenden Bürgerentscheid mit der notwendigen Stimmenanzahl  maßgebend.  Denn der Beschluss der Bürgerinnen und Bürger, der in einem Bürgerentscheid gefasst wird, ist laut Gemeindeordnung genau so viel Wert, wie der Beschluss  des Gemeinderates. Daher ist bei Zustimmung zum Bürgerbegehren die Errichtung eines Bestattungswaldes in kommunaler  Trägerschaft von der Gemeindeverwaltung unverzüglich umzusetzen!

Daher noch einmal an Sie, die Bürgerinnen und Bürgerinnen der Gemeinde Morbach, unsere herzliche Bitte:

Beteiligen Sie sich bitte in großer Zahl an der laufenden Unterschriftensammlung zum Bürgerbegehren „Bestattungswald Morbach“.

900 Unterschriften benötigt das Bürgerbegehren, 900 Unterschriften  müssen bis  17. Juni 2014 (spätestens!) zusammen gekommen sein. 900 Unterschriften machen die Tür auf für den Bürgerentscheid.

Dann und nur dann dürfen und können Sie – jede und jeder Einzelne für sich – in geheimer Abstimmung selbst darüber entscheiden, ob Sie einen „Bestattungswald Morbach“  in kommunaler Trägerschaft haben möchten oder nicht.

Die Abstimmung wird  – von der Gemeindeverwaltung  vorbereitet und durchgeführt – an einem Sonntag stattfinden. Sie entscheiden mit Ja oder Nein über folgende Frage:

Soll die verbandsfreie Gemeinde Morbach in einem geeigneten kommunalen Waldgebiet einen Bestattungswald errichten und in kommunaler Trägerschaft betreiben?

Ein Bestattungswald in kommunaler Trägerschaft muss dann unverzüglich errichtet werden, wenn genügend Bürgerinnen und Bürger diese Frage mit Ja beantworten.

Mindestens  20 % der Abstimmungsberechtigten müssen mit Ja stimmen, das sind ca. 1800 Personen. Und die Anzahl der Ja-Stimmen muss größer sein als die Anzahl der Nein-Stimmen.

Morbach, 11.04.2014

Bruni Kluß, Rüdiger Luckow, Rainer Stablo

(Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens „Bestattungswald Morbach“)

 

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