21.03.2015, Was nun? Was tun? Treffen der Initiativgruppe am 09. April 2015, Hochwald-Café, 18:30 Uhr

Was nun? Was tun?

Nachdem der Bestattungswald in kommunaler Trägerschaft beim Bürgerentscheid am 15.03.2015 sehr deutlich abgelehnt worden ist, suchen wir nach Alternativen.

Das  dazu verabredete Treffen der Initiativgruppe findet statt am

Donnerstag, den 09.04.2015, 18:30 Uhr, im Hochwald-Café in Morbach.

Alle Interessierten, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Befürworterinnen und Befürworter eines Bestattungswaldes im Raum Morbach sind herzlich eingeladen, mit zu überlegen und zu diskutieren, ob bzw. welche Alternativen es möglicherweise geben könnte.

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15.03.2015, Ergebnis des Bürgerentscheides: JA-Stimmen 866, Nein-Stimmen 2929

Kein Sieg, aber ein Ausrufezeichen!

Wir akzeptieren das demokratische Votum der Bürgerinnen und Bürger beim ersten Bürgerentscheid in der Gemeinde Morbach.

Wir nehmen enttäuscht und mit Bedauern zur Kenntnis, dass ein Bestattungswald in kommunaler Trägerschaft in Morbach nicht gewollt ist.

Wir bedanken uns bei den 866 Bürgerinnen und Bürgern, die trotz aller Widrigkeiten mit “JA” gestimmt haben, und freuen uns sehr über deren Votum.

Wir bedanken uns noch einmal bei den vielen Helferinnen und Helfern, die den Bürgerentscheid erst möglich gemacht haben.

Wir bedanken uns auch bei den vielen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern.

Wir blicken nun nach vorne und verstehen die 866 “JA”-Stimmen als Auftrag, in der Sache Bestattungswald Morbach nach anderen Wegen zu suchen, damit dieses gute Fünftel bzw. knappe Viertel der Wählerinnen und Wähler nicht ungehört bleibt.

Daher laden wir alle Interessierten zu einem Treffen am 09. April 2015  ein, auf dem besprochen werden soll, wie es in der Sache Bestattungswald weiter gehen soll. Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben.

Die Ergebnisse des Bürgerentscheides haben wir nach langem Suchen auf der Homepage der Gemeinde endlich gefunden:

Anzahl

Anteil

Wahlberechtigte

8.658

Wähler/innen

3.807

44,0%

Gültige Stimmen

3.795

Ja

866

22,8%

Nein

2.929

77,2%

Quelle:

http://www.morbach.de/buerger/kommunalpolitik/wahlen/kommunalwahlen2014/ergebnisse/

 

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15.03.2015, heute gilt’s: JA

JA

ab 18 Uhr Treffen im Café Pause in Hinzerath

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14.03.2015, “JA” zum Bestattungswald Morbach

JA

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13.03.2015, ein kommunaler Bestattungswald ist bürgernah und zeitgemäß

Ein kommunaler Bestattungswald ist bürgernah und zeitgemäß

Viele Menschen, die sich für eine Urnenbeisetzung in einem Bestattungswald entschließen oder in deren Umfeld ein solcher Entschluss gefasst wird, berichten, dass dies etwas sehr Tröstliches an sich hat. Denn es besteht die Möglichkeit, sich bereits zu Lebzeiten in aller Ruhe eine Grabstelle an einem Einzel-, Familien- oder Gemeinschaftsbaum auszusuchen. Zu wissen, an welchem Platz sie einmal ihre letzte Ruhe finden werden, empfinden die Menschen dabei als sehr beruhigend. Die Natur übernimmt für die Hinterbliebenen zudem die Grabpflege.

Dem in Morbach eindeutig vorhandenen Bedürfnis nach einer solchen würdevollen, zeitgemäßen und kostengünstigen Beisetzungsform trägt ein kommunaler Bestattungswald Rechnung. Mitmenschen müssen nicht mehr auf weit entfernte Angebote ausweichen. Geeignete Laubwälder bietet der Gemeindewald und alle Bürgerinnen und Bürger sollten in geeigneter Weise an der endgültigen Festlegung des Standortes beteiligt werden. Dabei ist erfahrungsgemäß die außerörtliche Lage völlig unproblematisch und selbst barrierefreie Infrastrukturen sind heutzutage realisierbar. Da die christlichen Kirchen Waldbestattungen durchführen, können zudem vertraute Zeremonien beibehalten werden.

Bei alledem gilt festzuhalten, dass traditionelle Bestattungen selbstverständlich möglich bleiben. Auch besteht wegen eines Bestattungswaldes keine Gefahr der Schließung bestehender Friedhöfe. Im Gegenteil ist nach unserer Kosten- und Einnahmekalkulation, die auf zahlreichen Gesprächen mit Experten im Bereich kommunaler Bestattungswälder beruht, mit finanziellen Vorteilen für die Gemeinde zu rechnen: Aus vielen Anfragen wissen wir, dass auch in der näheren Hunsrück- und Moselregion das Interesse an einem Bestattungswald in Morbach groß ist und die Gemeinde daher mit einem Bestattungswald von 8 Hektar planen kann. Bei rein forstlicher Nutzung könnte auf dieser Fläche ein Überschuss von 250 – 500 Euro pro Jahr erlöst werden. Demgegenüber wäre bei der Nutzung als Bestattungswald ein Überschuss von 8.000 Euro pro Jahr zu erwarten. Die Investitionskosten lägen nicht einmal bei der Hälfte der Schätzung des Bürgermeisters und würden innerhalb der ersten 1 bis 2 Jahre vollständig zurückfließen. Auch die laufenden Kosten lägen deutlich unter dem veranschlagten Wert und könnten allein durch die Gebühreneinnahmen aus den Waldbestattungen gedeckt werden. Da alle Friedhofsgebühren in ein und denselben kommunalen Geldtopf fließen, könnte gerade durch die Einnahmen aus dem Bestattungswald einer Gebührenanhebung für die defizitären traditionellen Friedhöfe entgegengewirkt werden.

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12.03.2015, noch einmal zum Abstimmungsmodus

Laut Gemeindeordnung (§ 17 a, Absatz 7) ist ein Bürgerentscheid dann erfolgreich, wenn mehr “JA”- Stimmen abgegeben werden als “Nein”-Stimmen und gleichzeitig die Anzahl der “JA”-Stimmen mindestens 20% der bei der letzten Kommunalwahl Wahlberechtigten beträgt.

Auf die knapp 8500 Wahlberechtigten und die Fragestellung “Bestattungswald JA/Nein” in Morbach übertragen bedeutet dies:

Der kommunale Bestattungswald wird in Morbach dann Realität werden, wenn mindestens 1700 Wahlberechtigte mit “JA” stimmen und gleichzeitig die Anzahl der Nein-Stimmen niedriger  als die Anzahl der “JA”-Stimmen ist.

Beispiel 1:     1700 “JA”-Stimmen  bei  1600 “Nein”-Stimmen

Beispiel 2:    2000 “JA”-Stimmen  bei  1900 “Nein”-Stimmen

Beispiel 3:    2500 “JA”-Stimmen  bei  2200 “Nein”-Stimmen.

 

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09.03.2015, nach 5 Wochen nun doch die Antwort des Bürgermeisters auf unsere Anfrage

Nach sage und schreibe fünf  Wochen gabe es heute in der Gemeinderatssitzung endlich doch eine Antwort des Bürgermeisters auf unsere/meine Anfrage vom 01.02.2015:    hier

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03.03.2015, noch ein Informationsblatt

nach der Ortsbeiratssitzung in Hundheim und vor/bei der Ortsbeiratssitzung in Gonzerath:

Bestattungswälder sind bürgernah, zeitgemäß und profitabel!

Ein „JA“ beim Bürgerentscheid und die anschließende Errichtung eines kommunalen Bestattungswaldes in Morbach

  • ermöglichen eine würdige und kostengünstige Beerdigung im Heimatort
  • tragen einem eindeutig vorhandenen öffentlichen Bedürfnis Rechnung
  • beweisen Toleranz und Gemeinschaftssinn der Morbacher: Mitbürger, die eine Waldbestattung wünschen, müssen nicht auf weit entfernte Bestattungswälder ausweichen
  • sind für die Gemeinde Morbach auch finanziell eine große Chance

Die zu berücksichtigenden Aspekte machen die Entscheidung vielschichtig. Aber selbstverständlich

  • ist die Beerdigung im Bestattungswald absolut freiwillig und traditionelle Bestattungen bleiben möglich
  • findet keine Entwidmung oder Schließung von Friedhöfen wegen eines Bestattungswaldes statt
  • geht es um Erhalt des Bewährten bei gleichzeitiger zeitgemäßer Weiterentwicklung der Friedhofskultur
  • führen die christlichen Kirchen Bestattungen in Bestattungswäldern durch
  • zeigt der wachsende Zuspruch für Bestattungswälder, dass die außerörtliche Lage kein Hinderungsgrund für an einer Waldbestattung interessierte Bürger ist
  • ist die Waldfläche in Haag nicht die einzig geeignete Fläche in der Gemeinde. Und ganz sicher gibt es noch andere bestens geeignete Flächen als die sonst noch untersuchten fünf Standorte.

Es sind außerdem erhebliche finanzielle Vorteile zu erwarten, da

  • keine Pflegearbeiten oder -kosten für die Angehörigen anfallen
  • bei einem Bestattungswald ein Überschuss von mindestens 1.000 Euro pro Jahr und Hektar zu erwarten ist
  • dagegen der Überschuss bei rein forstlicher Waldnutzung nur bei 30 – 70 Euro pro Jahr und Hektar liegt
  • die Investitionskosten in 1 bis 2 Jahren zurückfließen und damit kein Hinderungsgrund sind
  • die laufenden Kosten durch Gebühreneinnahmen gedeckt werden und kein Hinderungsgrund sind
  • alle Friedhofsgebühren in ein und denselben Geldtopf fließen: Dadurch kann gerade wegen der zu erwartenden Überschüsse aus dem Bestattungswald eine Gebührenanhebung für die defizitären traditionellen Friedhöfe vermieden werden

„JA“ zum Bestattungswald Morbach

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28.02.2015, zur Sitzung des Ortsbeirates Morscheid-Riedenburg

Nachbetrachtung von Rainer Stablo zur Ortsbeiratssitzung in Morscheid-Riedenburg am 26.02.2015

1. Vom Bürgermeister war wieder nichts Neues zu vernehmen. Routiniert spulte er seinen Powerpoint-Vortrag ab, den ich nun in unveränderter Form schon zum dritten Mal gehört und gesehen habe. Der Bürgermeister ging auf keinen einzigen meiner Diskussionspunkte und Hinweise vom 25.02.2015 (siehe Nachbetrachtung zur Ortsbeiratssitzung in Hoxel) ein, obwohl ich ihm diese am Vortag persönlich und schriftlich übergeben hatte.

Die sachliche Argumentation von unserer Seite, die auf umfangreichen Recherchen und Gesprächen mit Experten zum Thema Bestattungswälder beruht, scheint bedauerlicherweise auf taube Ohren zu stoßen. Trotzdem habe ich bei der Veranstaltung den einseitigen Darstellungen des Bürgermeisters nochmals Sachargumente entgegen gestellt, weil die Bevölkerung sich nur auf Basis von fundierter, ausgewogener Information eine Meinung im Vorfeld des Bürgerentscheids bilden kann.

2. Erneut führte der Bürgermeister fast ausschließlich Kostenargumente gegen die Errichtung eines Bestattungswaldes in Trägerschaft der Gemeinde Morbach ins Feld. Zentrale Punkte seiner Argumentation waren nach wie vor drei unbeirrt in den Raum gestellte, unbewiesene Behauptungen (bezogen auf den möglichen Standort in Haag mit 8 Hektar):

a) die Investitionskosten betrügen einmalig mindestens 152.000 Euro
b) die laufenden Personalkosten betrügen je Jahr mindestens 40.000 Euro (zuzüglich 10.000 Euro sonstige Unterhaltungskosten)
c) die zu erwartenden Einnahmen wären nicht hoch genug, diese Kosten abzudecken.

Dieser Standpunkt ist aus unserer Sicht nicht haltbar (siehe unten).

3. Mein Hinweis, dass die Investitionskosten bei allen uns bekannten Bestattungswäldern innerhalb der ersten 1-2 Jahre durch den Verkauf von Urnengrabstellen (je 500 Euro) komplett ausgeglichen werden konnten, und der Bürgermeister mir bitte das gegenteilige Beispiel eines kommunalen Bestattungswaldes nennen solle, blieb erneut ungehört. Ein Beispiel wurde nicht genannt.

Mehrfach hatten wir auch schon dargelegt, dass die Investitionskosten pro Hektar gegenüber anderen Bestattungswäldern unerklärlich hoch angesetzt sind.

Die angeführten hohen Personalkosten von 40.000 Euro pro Jahr wurden vom Bürgermeister weder aufgeschlüsselt noch transparent begründet. Darüber, dass die Personalkosten entschieden zu hoch angesetzt sind (siehe Punkt 5) wurde ebenfalls nicht diskutiert und auch nicht darüber, dass durch ehrenamtliche Tätigkeiten bei der Betreuung des Bestattungswaldes in der Praxis außerdem die Personalkosten entscheidend reduziert werden können.

4. Mein Hinweis, dass der Bestattungswald in Niederhosenbach in den ersten 6-7 Jahren seines Bestehens 3.300 Urnengrabstellen (von 4.300) verkauft und damit rund 1,65 Millionen Euro Einnahmen verzeichnen dürfte, mit denen auch die Investitionskosten um ein Vielfaches übertroffen worden sind, wurde nicht aufgegriffen. Die Chancen eines Bestattungswaldes wurden auf ganzer Linie ignoriert.

5. Dass mit einem gut aufgestellten Bestattungswald ein Reinerlös (nach Abzug aller Kosten!) von mindestens 1.000 Euro pro Hektar Waldfläche und Jahr für die Gemeinde zu erzielen ist (vergl. http://www.unique-forst.de/…/Der%20Neue%20Kaemmerer-01-2013… ), wurde entsprechend nicht zur Kenntnis genommen.

Das gleiche galt für den Hinweis, dass – nach Aussage von Forstexperten aus Freiburg – die rein forstliche Nutzung derselben Fläche des Gemeindewaldes (100 -160 jährige Buche/Eiche) über die Bestandslebensdauer betrachtet viel weniger einbringt (30 – 50 Euro pro Hektar und Jahr).

Zum Vergleich: der Gemeindewald von Morbach ist 3.000 Hektar groß. Der Gewinn aus der forstlichen Nutzung betrug 2014 laut Vorbericht zum Wirtschaftsplan 2015 für den Eigenbetrieb „Gemeindeforst Morbach” zwischen 205.600 und 220.000 Euro. Damit erzielt die Gemeinde derzeit also ungefähr 70 Euro pro Hektar und Jahr. Verantwortlich für diesen etwas höheren Betrag gegenüber den genannten 30 – 50 Euro sind die Einnahmen aus dem Verkauf der Fichte. Der Reinerlös aus einem kommunalen Bestattungswald liegt also um das Vielfache höher!

Der im Bestattungswald nach Erfahrungswerten aus anderen Bestattungswäldern zu erwartende Reinerlös von mindestens 1.000 Euro pro Hektar lässt Personalkosten von allerhöchstens etwa 20.000 Euro pro Jahr als realistisch erscheinen. Das wäre gerade die Hälfte der vom Bürgermeister veranschlagten Kosten.

Dies wird durch folgende Berechnung belegt:

• Ein Bestattungswald von 8 Hektar verfügt über mindestens 8.000 Urnengrabstellen.
• Bei einem Verkaufspreis von durchschnittlich 500 Euro pro Urne, betragen die Einnahmen ca. 4 Millionen Euro für den Zeitraum von 100 Jahren.
• Werden davon die (zu hoch) angesetzten Investitionskosten von 152.000 Euro abgezogen, ergeben sich Einnahmen von rund 3,85 Millionen Euro. Pro Jahr sind das, durch 100 geteilt, also 38.500 Euro.
• Werden hiervon die sonstigen angeführten Unterhaltungskosten pro Jahr in Höhe von 10.000 Euro abgezogen, bleibt ein Zwischenbetrag von 28.500 Euro pro Jahr für den 8 Hektar großen Bestattungswald.
• Da der zu erwartende Reinerlös bei mindestens 1.000 Euro pro Hektar und Jahr liegt, ergeben sich also bei 8 Hektar mindestens 8.000 Euro Reinerlös.

Setzt man diese 8.000 Euro also voraus, dann kann man auf die maximalen Personalkosten anhand des vorhergehend dargestellten rückrechnen: 28.500 Euro – 8.000 Euro = 20.500 Euro Personalkosten.

Bei alldem sind die eigentlichen Bestattungsgebühren von rund 250 Euro pro Urne noch nicht berücksichtigt. Das sind für 8.000 Urnengrabstellen immerhin 2 Millionen Euro Zusatzeinnahmen.

6. Es gibt weitere Ungereimtheiten und Einseitigkeiten in der Argumentation des Bürgermeisters im Rahmen seiner Auftritte im Gemeinderat und in den Ortsbeiräten. Diese werden von uns bei anderer Gelegenheit dargelegt und richtiggestellt werden.

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25.02.2015, zur gestrigen Sitzung des Ortsbeirates Hoxel

Bei der gestrigen Ortsbeiratssitzung in Hoxel sah und hörte ich den computergestützten Vortrag des Bürgermeisters Hackethal zum Thema Bestattungswald, mit dem er seine ablehnende Haltung zu begründen versuchte, nun zum zweiten Mal.

Dazu und zur sich anschließenden regen Diskussion ein paar Anmerkungen:

I.

In der Diskussion brachte ich meine Verwunderung zum Ausdruck, dass der Bürgermeister nichts anderes vorgetragen hatte als in der Gemeinderatssitzung am 26.01.2015 und dass er mit keinem Wort auf die 14 Fragen eingegangen war, die wir als Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens vor etwa drei Wochen öffentlich an ihn gerichtet haben.

Auffällig war erneut, dass sein Blick fast ausschließlich auf die Kostenseite (einmalige Investitionskosten, laufende Kosten) gerichtet war. Die Einnahmeseite dagegen wurde wieder sehr stiefmütterlich behandelt. Der angeführte Grund, die Anfragen bei erfolgreichen kommunalen und privaten Betreibern seien nicht belastbar beantwortet worden, überzeugte mich nicht.

Denn leicht lassen sich auf der Webseite des Ruheforstes Niederhosenbach folgende Informationen nachlesen, aus denen sich die bisherigen und zukünftigen Einnahmen in Niederhosenbach zumindest überschlagsmäßig berechnen lassen:

1. verkaufte Urnengrabstellen (2006-2013): 3300 (von bisher verfügbaren 4300, ohne Erweiterung)

2. durchgeführte Bestattungen (2006-2013): 650

3. vorsichtig gerechnet durchschnittliche Verkaufseinnahme pro Urnengrabstelle: 500 Euro

4. Gebühreneinnahme je Bestattung: 240 Euro

Das macht in der Summe für die ersten 6-7 Jahre des Betriebes sage und schreibe 1,8 Millionen Euro, die bisher echt vereinnahmt wurden.

Da noch 1000 Urnengrabstellen verkauft werden und insgesamt noch 3650 Bestattungen stattfinden können, werden zukünftig noch mindestens 1,3 Millionen Euro hinzukommen.

In der Gesamtsumme werden so also mindestens 3,1 Millionen Euro auf der Einnahmenseite zusammen kommen.

Leicht lässt sich deshalb nachvollziehen, warum eine Erweiterung der Fläche des Ruheforstes Niederhosenbach vom Betreiber und der Gemeinde angestrebt wird.

II.

Die Frage, welchen Standortvorteil die kleine Ortsgemeinde Niederhosenbach gegenüber der großen Einheitsgemeinde Morbach habe, weshalb sich eine 300-Einwohner-Gemeinde einen Bestattungswald leisten könne, eine 11000-Einwohner-Gemeinde aber nicht, blieb unbeantwortet.

Das Einzugsgebiet von Morbach kann angesichts der ansonsten gerne angeführten räumlichen Nähe der beiden Orte nicht wesentlich anders aussehen als das Einzugsgebiet Niederhosenbachs.

Außerdem, und auch diese Aussage des ehemaligen Ortsbürgermeisters von Niederhosenbach findet sich auf der Webseite des Ruheforstes Niederhosenbach, scheint der Standort selbst für die Größe der Nachfrage nicht das Wichtigste zu sein, Alfred Römer wörtlich: „Wir haben festgestellt, dass das Wichtigste an einem Standort nicht die geografische Lage ist, sondern der Betreuer.“

Hinzugefügt sei, dass sich hier – wie in Niederhosenbach oder anderswo – in der Praxis ein weites Feld für ehrenamtliche Betreuung öffnet, das die angeführten hohen Personalkosten deutlich reduzieren hilft!

III.

Erneut vorgebracht wurde der Hinweis, in der Nähe von Morbach bestünden ja bereits  genügend Bestattungswälder, insbesondere Niederhosenbach, deshalb könnten sich die Interessenten aus Morbach doch ohne Weiteres dort bestatten lassen.

Abgesehen davon, dass den Morbacher Interessenten einer Waldbestattung damit schlicht die Bestattung in der Heimatgemeinde nicht zugestanden werden soll, lässt sich darauf Folgendes erwidern:

1. Mit derselben Begründung, dass es die gewünschte Bestattungsmöglichkeit ja in der Region bzw. Nähe  bereits gäbe, könnten – auf die bestehenden Friedhöfe der Gemeinde Morbach bezogen  – Bürgermeister oder andere Personen die Forderung erheben: wieso sollen wir die Friedhöfe in den kleineren Ortsteilen weiter am Leben halten, wo doch in den größeren Ortsteilen, insbesondere im Zentralort Morbach selbst, doch auch genügend Friedhöfe vorhanden sind? Geht doch dahin!

2. Weshalb soll die Einheitsgemeinde Morbach tatenlos zuschauen, wie die kleine Gemeinde Niederhosenbach ihr Flächenangebot angesichts des wachsenden Bedarfes nach Waldbestattungen in der Region erweitert?

In Sachen Integrierter Gesamtschule – der Bürgermeister hat es richtigerweise in der Diskussion angeführt – hat die Gemeinde Morbach  nicht tatenlos zugeschaut und stattdessen die Initiative ergriffen, als das Zeitfenster sich öffnete.

Warum nicht auch jetzt in Sachen Bestattungswald? Solange das Zeitfenster offen ist. Wenn Morbach es nicht tut, werden andere es tun. Mich würde es nicht wundern, wenn dann Bernkastel-Kues den Stab übernehmen würde.

IV.

Auf meine Frage, wie das bereits jetzt bestehende Defizit der gemeindeeigenen Friedhöfe (2013 und 2014 je 100000 Euro, 2015 50000 Euro) ohne die Errichtung eines Bestattungswaldes gedeckt werden soll, gab es vom Bürgermeister bezeichnenderweise wieder keine Antwort.

Ich sehe nach wie vor gerade in der Errichtung eines kommunalen Bestattungswaldes einen zentralen Baustein, wie das Defizit zukünftig abgebaut oder ganz verhindert werden kann. Denn alle Gebühren aus  dem Verkauf von Grabstellen und der Durchführung von Bestattungen – egal ob auf den bestehenden Friedhöfen oder im Bestattungswald – fließen in ein und denselben Finanztopf der Gemeinde.

Dabei hat der Bestattungswald den entscheidenden Vorteil, dass die Einnahmen durch den Kauf  bzw. Verkauf der Grabstelle in der Regel bereits lange vor der eigentlichen Bestattung erfolgen, auf dem üblichen Friedhof dagegen nicht. Warum der Bürgermeister auf diesen wichtigen Unterschied niemals eingeht, verstehe ich nicht.

V.

Dass das Bürgerbegehren für einen kommunalen „Bestattungswald Morbach“ die Diskussion in den Ortsteilen in Sachen Neugestaltung der vorhandenen Friedhöfe angeschoben oder wieder verstärkt hat, das sehe ich sehr positiv. Denn das JA zum Bestattungswald ist auch ein JA zur Sicherung der bestehenden Friedhöfe aus dem gemeinsamen Finanztopf und ein JA zur Steigerung der Attraktivität der bestehenden Friedhöfe.

Zu einem zukunftsfähigen Friedhofskonzept gehört meiner Überzeugung nach – einander ergänzend  – beides, der traditionelle Friedhof genauso wie der Bestattungswald.

Rainer Stablo

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